Aufruf zum Psychotherapie-Nachwuchs-Block beim Aktionstag Psychotherapie am 25.09.2014 in Berlin

Am 25.09.2014 ruft ein breites Bündnis von psychotherapeutischen Berufs und Fachverbänden in Berlin zu einem Aktionstag mit Demonstration für eine Verbesserung der Honorarsituation der niedergelassenen Psychotherapeuten auf. Anlass ist, dass der Bewertungsausschuss seiner Aufgabe, bis zum 30.06.2014 über eine Anpassung der Bewertung der psychotherapeutischen Leistungen für die vergangenen Jahre zu entscheiden, nicht nachgekommen ist und untätig blieb. Durch den Aktionstag soll auf die Honorarmisere der Psychotherapeuten* aufmerksam gemacht werden und nicht nur für angemessene Nachzahlungen sondern auch für eine Beendigung der fortlaufenden Honorarbenachteiligung und dauerhaft bessere Honorare demonstriert werden.

Warum ist das für Psychotherapeuten in Ausbildung und junge
Psychotherapeuten wichtig?

Die Honorarbenachteiligung betrifft nicht nur kassenzugelassene Psychotherapeuten!
Unmittelbar und mittelbar würde sich eine Verbesserung der Honorarsituation im KV-System auch auf Psychotherapeuten in Ausbildung und junge Psychotherapeuten auswirken. Denn…

• Die Vergütung für die Therapien in der Praktischen Ausbildung orientiert sich am Honorarsatz der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) für Psychotherapien. Diese Vergütung wird zwar nicht von der KV verhandelt, sondern direkt mit den Krankenkassen, die Verhandlungsergebnisse orientieren sich aber an den KV-Honoraren. Höhere Vergütungen der Praktischen Ausbildung können von den Instituten an die PiA weitergegeben werden oder zur Senkung der Ausbildungskosten genutzt werden.

• Viele junge Psychotherapeuten arbeiten nach ihrer Ausbildung in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder sind in psychotherapeutischen Praxen angestellt. Mit den jetzigen Honoraren kann kaum ein angemessenes Tarifgehalt erwirtschaftet werden. Die jungen
Psychotherapeuten sind hier besonders von der Honorarmisere betroffen, da sie mit dem geringen Honorar nicht nur ihr Einkommen, sondern auch die Rendite des Arbeitgebers erwirtschaften müssen.

• Auch lassen sich viele junge Psychotherapeuten nach ihrer Ausbildung als sogenannte Kostenerstatter in Praxen ohne Kassenzulassung nieder. Sie sind zwar nicht an die Honorarsätze im KV-System gebunden, orientieren sich bei der Abrechnung der Therapien
in der Kostenerstattung jedoch auch häufig daran. Dementsprechend würden auch die jungen
Psychotherapeuten in der Kostenerstattung von gerechteren Honoraren im KV-System zumindest indirekt profitieren.

• Auch wenn viele von uns jetzt noch keinen Kassensitz haben oder noch in der Ausbildung sind, so werden wir doch in einigen Jahren vielleicht auch zu den niedergelassenen mit Kassenzulassung gehören. Wenn sich bis dahin nichts an der Honorarbenachteiligung
der Psychotherapeuten geändert hat, sind auch wir dann von der Honorarmisere betroffen.
Es geht also um unsere zukünftigen Honorare und darum, dass wir in Zukunft von unserer
psychotherapeutischen Tätigkeit angemessen leben können!

Denn es reicht doch, dass wir in der Psychotherapieausbildung finanziell schon so benachteiligt sind. Dies soll darf nicht unser ganzes Berufsleben als  Psychotherapeuten so weitergehen! Also kommt am 25.09. nach Berlin und demonstriert mit uns für angemessene Honorare!

Aufruf Psychotherapie-Nachwuchs-Block (als PDF)

Zum Psychotherapie-Nachwuchs-Block beim Aktionstag Psychotherapie rufen
auf:*
Junge Psychotherapeuten der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung (DPtV)
Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp)
PiA-Sprecher des Verbandes Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten  im BDP (VPP)
Bundeskonferenz der Psychotherapeuten in Ausbildung
Organisationsteam des 6. PiA-Politik-Treffens
Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie — Berufsverband Psychosoziale Berufe  (DGVT-BV)